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Wie funktioniert das Vickersverfahren, was sind seine Vorteile und Einschränkungen?

Das Vickersverfahren

Dieses Prüfverfahren ist dem Brinellverfahren ähnlich, wobei zwischen den gegenüberliegenden Flächen ein Diamanteindringkörper in Form einer Pyramide mit quadratischer Grundfläche und einen Winkel von 136° vorgesehen ist. Das ergibt einen Eindruck in umgekehrter Form einer Pyramide mit quadratischer Grundfläche. Gemessen werden die beiden Diagonalen des Eindrucks (Mittelwert).

Vorteile der Vickers Methode

Der größte Vorteil der Vickersprüfung ist, dass sie nur eine Skala hat und von der niedrigsten bis zur höchsten Härte reicht. Sie ist deshalb für Laborprüfungen besonders geeignet. Eventuelle Verformungen des Eindrucks können im geprüften Material unerwünschte Spannungen sowie Strukturveränderungen sichtbar machen.

Einschränkungen der Vickers Methode

Die Nachteile der Vickersprüfung beruhen auf der mangelnden Geschwindigkeit des Verfahrens, da die Abmessung des Eindrucks optisch ausgeführt wird (Mikroskop oder Projektor). Die Oberfläche, auf welcher der Eindruck gemacht werden soll, muss sorgfältig vorbereitet werden. Die senkrechte Lage der Achse des Eindingkörpers ist sehr wichtig, da die kleinste Neigung eine Unregelmäßigkeit des Eindrucks verursacht. Deswegen ist die Vickersprüfung als Serienprüfung ungeeignet. Auf einigen Materialen ist der Eindruck wegen unregelmäßiger Verteilung der Belastung (mehr auf den Kanten als auf den Seiten des pyramidenförmigen Eindrucks) nicht gut ablesbar. Abschließend kann man sagen, dass das Vickersverfahren besser für die Anwendung im Labor als in Werkstätten geeignet ist. Um die oben genannten Einschränkungen zu überwinden, haben wir für unsere Messgeräte die Möglichkeit geschaffen, den Härtewert in Vickers mit schnelleren und weniger aufwändigen Verfahren zu ermitteln.